Die Weisheit der Massen?

Ohne pietätslos erscheinen zu wollen: Es ist doch immer wieder komisch, wie sehr nach Katastrophen wie der Love Parade darauf geschaut wird, ob nicht irgendwo jemand was vorher gesagt hat. In diesem Fall werden immer die gleichen 4 Kommentatoren bzw. Microblogger zitiert und gefragt, warum denn niemand diese Warnungen ernst genommen hätte.

Nur stellt sich mir ernsthaft die Frage, wer als Verantwortlicher die Zeit gehabt hätte, Tausende von Kommentaren und Tweets zu diesem Thema zu lesen – und auch noch ernst zu nehmen.Zumal wir ja alle wissen, dass unter einem Artikel teilweise 20 beleidigende, überflüssige Kommentare stehen und dazwischen 3 sinnvolle.

Es gab scheinbar von vielen Seiten Sicherheitsbedenken, die auch den betreffenden Stellen weitergegeben wurden und bei denen es wirklich verärgert, dass sie nicht ernst genommen wurden. Nur finde ich es äußerst reißerisch und beschämend, dass die Presse nun laufend von Social Media Benutzern berichtet, die die Katastrophe vorher gesehen hätten. Ich weiß nicht, welchen Sinn dies hat und finde es wirklich spannender, die Frage geklärt zu wissen, warum die vielen Warnungen von Fachleuten, Polizei etc. vorher verhallten, als die boulevardgemäße Suche nach denen, die im Dickicht der tausenden Meinungen zufällig die richtige hatten.

Auf jeden Fall möchte ich hier nicht versäumen, mein Beileid auszudrücken und hoffe auf baldige Aufklärung – und auf zukünftige bessere Planung!

Immer Ärger für Facebook

Der Ärger für Facebook nimmt kein Ende. Weil die Adressbuchdaten von Usern, die so ihre Freunde bei Facebook suchen wollen, auch danach noch gespoeichert werden, hat der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Casper nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Und auch wenn der Quit-Facebook-Day nur 33.000 Quits zur Folge hatte, scheint die Positivkurve langsam abzunehmen. In vielen Ländern scheinen immer mehr die Community zu verlassen, wie die SZ berichtet. Man spreche dabei bereits von einer Facebook Erschöpfung („Facebook fatigue“), da immer mehr User es leid seien, ständig den Neuigkeiten der Freunde folgen zu müssen.

Zu guter Letzt gibt es noch einen Webdesigner, der tatsächlich behauptet, aufgrund alter Verträge 84-prozentiger Besitzer von Facebook zu sein. Die Taz berichtet.

Die Woche in Social Media

Im Moment komme ich gar nicht hinterher, die Snippets zu notieren, so viel passiert gerade im Bereich Social Media. Daher hier schon mal ein kleiner Teil…

Burda präsentiert sich gern als modernes Unternehmen. So sind sie laut Meedia auch der einzige Verlag mit Social Media Newsroom. Deren Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen hat dazu passend die aktuelle Bilanz auch gleich in einem YouTube Video erklärt.

Facebook hat die „Fansite“ (in diesem Zusammenhang ein etwas merkwürdiger Begriff) „Boycott BP“ vom Netz genommen – um sie kurze Zeit und viel Protest später wieder online zu stellen. Angeblich, so ein Facebook-Sprecher laut Golem.de, war die Technik schuld.

Passend dazu zensiert Facebook auch Bilder, auf denen nackte Brüste zu sehen sind. Selbst, wenn diese von einer Puppe sind, wie der Sydney Morning Herald berichtet. Ob sie bald auch das Wort „Brust“ schwärzen?

Bei Facebook kann ab sofort auch mit Paypal bezahlt werden, wie die Internetworld berichtet. Selbige berichtet auch, dass bei Foursquare nun Andreessen Horowitz den Zuschlag als Investor bekommen hat.

Dass die FAZ ihren Blogger Michael Seemann ( „CRTL Verlust“) wegen eines urheberrechtlich geschützten Bildes entlassen hat, wurde diese Woche auf allen Kanälen berichtet. Hier die News, hier ein originelles Nachwort incl. der unverzichtbaren Diskussion in den Kommentaren.

Wer das Content Management System TYPO 3 bislang noch zu schwierig fand, wird sich über die Nachricht freuen, dass die neue Version 4.4 bedeutend leichter und gerade für Einsteiger besser bedienbar gemacht wurde.

An der Fußball-Wm kommt keiner vorbei, nicht mal ich – obwohl ich dies auch gar nicht vorgehabt hätte. Aber anders als das Modethema Apple, das ich hier bewußt ausklammere, gibt es auch zur WM Social Media News: So zeigt Meedia, welche Fußballstars bei Facebook zu finden sind, wie viele Fans sie haben – und ob sich ein Besuch ihrer Fanpage lohnt.

Yeah ist wieder Online. Freut mich sehr. Wer es noch nicht kennt: Hier kann man Fotos hinmailen. Diese werden dann online gestellt, in der Reihenfolge des Eingang, ohne Kommentar, ohne Schnickschnack. Toll.

MySpace sucht scheinbar einen neuen Werbepartner. Google, das bisher das exklusive Recht hatte, Werbeanzeigen auf MySpace zu veröffentlichen, liefere laut Internetworld nicht genügend Traffic, weshalb mit Yahoo und Microsoft verhandelt werde.

Die Woche in Social Media (KW 25)

Wieder eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Woche:

United Internet Media Vorstand Matthias Ehrlich sagte in einem Interview mit pressetext.de, er halte Social Media und die Werbung darin für maßlos überschätzt. „In einer Welt, wo hauptsächlich ‚gequatscht‘ wird, ist keine gezielte Markenführung möglich.“ so Ehrlich. Sehr originell für jemanden, der so tief im Geschäft steckt wie er. Klingt ein bisschen nach Trigema-Chef Wolfgang Grupp, der kürzlich in einem Interview das komplette Internet verteufelte.

Facebook hat Skye scheinbar mehr integriert. So soll man laut einem Bericht von allfacebook.com über das Skype-Symbol neben dem Freundesnamen denjenigen direkt anrufen können. Bestätigt wurde diese Info aber scheinbar noch nicht.

Der D-ELAN e.V. bringt den kostenlosen LERNET 2.0-Praxisleitfaden heraus mit dem spannenden Thema „Web 2.0 für Lern- und Wissensmanagement in KMU“.

Social Media und das Recht

Gleich 3 Gerichtsfälle sind diese Woche in die Medien geraten:

Facebook will die Nutzungsbedingungen, bzw. die Zuwiederhandlung daran, nach dem Strafrecht verhandelt wissen. Hintergrund ist die Firma Power Ventures, die anbietet, die Daten verschiendener sozialer Netzwerke zusammenzufassen. Dabei greifen die User über diesen Dienst u.a. auf Facebook zu, was lt. Nutzungsbedingungen untersagt ist. Facebook sieht darin eine Straftat und reichte Klage gegen Power Ventures ein. Welche Folgen eine Nichtabweisung der Klage hätte, davor warnt die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF): So bedeute eine Verfolgung von Verstößen der Nutzungsrechte im strafrechtlichen Sinne, dass Unternehmen das Strafrecht in ihrem Sinne umschreiben könnten. (Zum Golem-Artikel)

Google droht eine Menge Ärger. Nachdem bereits an einigen Stellen zu lesen war, dass wegen des Streetview-Datenklaus die Staatsanwaltschaft ermittelt, beschlossen nun die Justizminister einstimmig,das Datenschutzgesetz um die Nutzung personenbezogener Daten, die bei der Erfassung von Gebäuden, Straßen und Plätzen erhoben werden,zu erweitern. (Golem-Artikel)

Auch Twitter bekommt Restriktionen: So muss der Mikroblog nach zwei Hackerattacken letztes Jahr nun verschiedene Auflagen erfüllen und für die nächsten 20 Jahre verpflichten, die User nicht zu belügen (!). Das berichtet sowohl Golem als auch die Internet World. Man darf gespannt sein, welches Social Media Unternehmen als nächstes Zugeständnisse an die US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission machen muss.

Die Woche in Social Media

Nachdem ich in letzter Zeit viel zu wenig zum Bloggen komme, hier nun ein Überblick über die Neuigkeiten der vergangenen Tage:

Wie Meedia.de berichtet (und die meisten wahrscheinlich schon erlebt haben), verursacht die Fußball-WM immer mehr Ausfälle bei Twitter. Immer öfter wird so das zwar hübsche, aber dennoch unbefriedigende Bild mit dem Wal angezeigt.

Wo man zuerst morgens im Internet hingeht, diese Frage stellte Jolie O’Dell beim Mashable-Blog. Über 50% lesen zuerst ihre Emails, immerhin 11% gehen zuerst auf Facebook. Was das über einen selbst sagt ist ein weiterer Bestandteil dieser Studie.

Neue Facebook-Zahlen, von Zuckerberg selbst genannt, veröffentlicht die Internet World. So sieht man hier beispielsweise, dass 24 Games über 10 Millionen Spieler pro Monat verzeichnen können oder dass Facebook gerade an einer Geolocation-App arbeitet.

Apropos Zahlen und Facebook: Lange wurde ja darüber gestritten, wie viel eigentlich ein Facebook-Kontakt wert ist. Das t3n liefert nun erste Zahlen: So gibt anhand einer Studie ein Markenfan 71,84 $ mehr aus als ein Nicht-Fan. Natürlich kann man auch diese Studie bzw. deren Ergebnisse anzweifeln (und das teilweise zu Recht), aber immerhin macht man sich langsam mal die Mühe des Rechnens…

Einen recht kurzen aber nicht uninteressanten Artikel über Social Media bei Kliniken findet man in der aktuellen Ausgabe der KMA.

Eine Neugründung gibt es auch noch zu vermelden: Die erste Social Media Plattenfirma ist da. Social Media Records will die Fans zu Managern machen und läßt diese zukünftig nicht nur entscheiden, wer gesignt wird, sondern auch, wo die Videos gedreht werden oder welche Songs ausgekoppelt werden. Gar nicht dumm die Idee, quasi DSDS in Social Media zu verlegen. Dumm nur, dass sowohl Website als auch Facebook-Auftritt dermaßen uncool und schlecht designt daher kommt, dass man das Scheitern schon vor Augen hat.

Und dann gab es ja noch MySpace. Dort laufen nicht nur die User weg, auch die Führungskräfte gehen einer nach dem anderen. Aktuell ist es Jason Hirschhorn, der laut Internet World den Posten als Co-Präsident niederlegt.

Noch eine Studie? Die Agentur Interone veröffentlichte eine zur Thema Mediennutzung und Kaufverhalten von morgen mit Blick auf Mobile. Kostenlos (nach Registrierung) erhältlich unter www.interone.de oder die Kurzzusammenfassung lesen bei mobile-zeitgeist.com

Und zu guter Letzt wirft Martin Weigert von Netzwertig noch die Frage auf, wie ein neues Linkverhalten die Bloggerszene nach vorne bringen könnte.

Social Shopping

Vor längerem habe ich bei einem Vortrag auf der IT-Profits über die Zukunft des Onlineshopping  das Zusammenstellen von Kleidungsstücken und die gemeinsame Betrachtung und Besprechung der Auswahl von User(inne)n als Ausblick genannt. Nun gibt es genau dazu die passende Plattform namens Polyvore, wo man auch von anderen Websites Kleidungsstücke integrieren kann und so sehen kann, welche Schuhe zu welchem Kleid passen.

Natürlich gibt es dafür auch schon eine Facebook-Seite mit immerhin 25.000 Mitgliedern, obwohl die Seite bislang vor allem in den USA bekannt ist. Mehr dazu in einem Artikel des Focus.

Buchrezensionen: „Das Facebook Buch“ und „Dumm 3.0“

Hier 2 Bücher zum Thema social media, beginnen wir mit dem Facebook Buch von Annette Schwindt

Social Media ist in aller Munde und gerade Facebook erlebt derzeit einen rasanten Aufstieg. Kein Wunder, hat man hier doch enorme Möglichkeiten, die über das Vernetzen hinausgehen: Chatten, Mailen, Bloggen, Firmen oder  Websites vorstellen – und natürlich auch spielen.

Wer mehr möchte, als mit seinen Freunden Nachrichten auszutauschen, wer sich Gedanken um Privatsphäre macht, wer Facebook für gen Geschäftsbereich nutzen will, kann hier in einfachen und leicht findbaren Lektionen alles über Facebook erfahren. Daher auch für Fortgeschrittene immer noch genug Neues, um dieses Buch zu kaufen – für Anfänger ist es sowieso sehr nützlich und leicht verständlich.

Das Facebook Buch von Annette Schwindt ist erschienen bei O‘Reilly

Dumm 3.0 von Markus Reiter

Es musste ja kommen: Überall wird social media hoch gelobt, werden die Vorteile aufgezeigt und ein neues Zeitalter der Blogs, Networks und der kostenlosen Inhalte propagiert – Zeit also für den Gegenschlag. Dieser kommt von Journalisten und Berater Markus Reiter, der die These vertritt, dass social media unsere Kultur bedrohen.

Auch wenn er oftmals unrecht hat, Schwarzweiß seine Lieblingsmalfarbe zu sein scheint und er sehr polemisiert, stößt er mit seinem Buch eine wichtige Diskussion an. Daher eine gute Diskussionsgrundlage, aber kein Buch, das man unkritisch konsumieren kann. Demnächst werde ich in meinem Blog socmed.de auch eine längere, detailierte Rezension dazu veröffentlichen und freue mich auf eine rege Diskussion dazu.

Dumm 3.0 von Markus Reiter ist erschienen beim Gütersloher Verlagshaus.

Klassische Social Media Fallen

Was man so alles falsch machen kann, wird immer wiederin bLogs, Foren etc. gezeigt. Heute habe ich über 2 Verfehlungen gelesen – und nebenbei noch eine dritte entdeckt.

Wie u.a. Meedia berichtet, gibt es im Netz derzeit einen Sturm der Entrüstung gegen Familienministerin Kristina Köhler, nachdem sie über die Streichung des Kindergeldes für Hartz IV-Empfänger getwittert hat. Soweit, so normal, Kritik ist im Netz allgegenwärtig, auch wenn es hier besonders viel davon gab. Was dagegen ein klassischer Fehler ist, der immer wieder aufgezeigt wird, ist, dass sie den Helmut Kohl macht und den Sturm an sich vorüber ziehen lassen will. Aber was vor Jahren mal funktioniert hat, ist heute ein No-Go, gerade social media heiß Kommunikation und Dialog statt Aussitzen.

Auch bei BP ist man weit davon entfernt, alles richtig zu machen. Gut, man muss zugeben, dass hier der Imageschaden für die gigantischen Umweltkatastrophe immer noch verhältnismäßig gering ist. Gleichzeitig werden die kritischen Stimmen aber immer lauter, besonders weil BP laut einem Bericht der Süddeutschen versucht, durch gekaufte Adwords („Ölkatastrophe“) die eigene, geschönte Sicht der Katastrophe zu vermitteln.

Besonders originell finde ich aber, dass zu dem Umweltkatastrophen-Bericht eine gezeigte Werbung besonders gut passt, die – zwar in Afrika – mal die schönen Seiten des Leben am Strand zeigt – umgeben von Bildern der Aufräumarbeiten:

Artikel über social media und Wissensmanagement

Soeben erschienen ist der neue Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., GfWM. In diesem schreibe ich in einem Artikel darüber, wie man social media Tools für das Wissensmanagement nutzen kann. Ob nun Blogs, Microblogs oder Wikis zur Wissensspeicherung, Instant Messenger und soziale Netzwerke zur Vernetzung, oder die Weiterbildung duch Moodle, Slideshare und co., die Möglichkeiten sind vielfältig.

Zu finden ist mein Artikel auf Seite 13 unter http://www.gfwm.de/files/2010-05_06_GfWMNL.pdf. Ich freue mich auf Ihr Feedback.