Die Woche in Social Media (KW 2/2011)

Die Woche war überdeckt von dem Attentat in Amerika und der daraus resultierenden Diskussion, ob die besonders aus dem rechten Spektrum geführte Schlammschlacht nicht dazu geführt haben könne, dass auf die Politikerin geschossen wurde, gerade auch, weil auf konservativen Seiten ihr Wahlbezirk mit einem Fadenkreuz versehen wurde.  Währenddessen in Bayern: Die CSU veröffentlicht auf Youtube ein Video, in dem über die Grünen in übelster Strauss-Marnier hergezogen wird und diese als radikale Steinewerfer bezeichnet werden. Wie auch schon ein Vorgängerpropagandavideo über die politischen Aschermittwoche wurde dies von einer deutlichen Mehrheit der User (3805 gegen 532 Fans) abgelehnt. Von Meedia wird CSU-Generalsekretär Dobrindt mit den Worten zitiert „Im Internet muss man die Sau rauslassen!“ – gleichzeitig wurde aber die Kommentarfunktion deaktiviert – scheinbar darf dann doch nicht jeder selbiges tun. Durch die mediale Ausschlachtung des primitiven Videos verzeichnet selbiges jedenfalls bereits über 90.000 Views (im Vergleich zu 3500 für den Aschermittwoch – bei 285 Ablehnungen gegen 15 Damen nach oben) – ob diese aber zu einer positiven Beeinflussung führen wird, wage ich zu bezweifeln, äußern sich doch sogar CSU-Anhänger beschämt über dieses unterirdische Niveau.

Dass nach dem Iran nun auch Tunesiens Bevölkerung ihren Protest gegen die Regierung vielfach per Social Media kundtut, ist wohl bekannt. Laut einem Artikel der Golem ist die Regierung dabei aber stärker als bislang bekannt dagegen vorgegangen. Die staatliche Internetbehörde Tunesiens zensiert u.a. auf Facebook und Twitter massiv Einfluß nahm, aber auch in Blogs ganze Artikel strich.

So, nun der allwöchentliche Facebook-Block. Wie Meedia berichtet, ist Deutschland noch Facebook-Entwicklungsland.  Nach einer Studie von Social Baker seien zwar über 14 der mittlerweile fast 600 Millionen User aus Deutschland, die sei aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch so wenig, dass Deutschland damit nur den 35. Platz im europäischen Ranking verzeichne.

Währenddessen geht der Streit um die Millionen weiter, nachdem die miterfindenden Brüder Winklevoss sich zwar mit Facebook geeinigt hatten, nun aber nach der Neubewertung wiederum mehr Geld haben möchten. 65 Millionen $ scheinen heutzutage schnell verbraucht zu sein.

So manchen wurmt es, bei Facebok zu sein – zumindest berichtet dies die WiWo.de: So gibt es mal wieder einen Wurm, der leichtgläibigen Usern von Statusmeldungen „falscher Freunde“ untergejubelt wird. Daher: Obacht geben, länger leben (fränkische Volksweisheit)…

So, nun zum ehemaligen größten Netzwerk der Welt: genau, my__, formerly known as MySpace. Diesem geht nicht nur der Name aus, auch die Mitglieder kündigen reihenweise oder lassen ihre Accounts brach liegen. Deswegen (?) schrumpft sich MySpace nun weiter krank und entlässt weltweit die Hälfte ihrer Mitarbeiter, einschließlich aller 500 deutschen Angestellten. (Nachzulesen u.a. in der Internetworld) Aber es gibt auch erste Gerüchte, dass Yahoo an der Übernahme interessiert sei. Ob es aber dem kranken Patienten neues Leben einhauchen können wird, wage ich zu bezweifeln, nachdem der letzte Relaunch nach eigenen Recherchen eine Art Todesstoß gewesen zu sein scheint.

Twitter muss nun  Wikileaks-Daten an die US-Gerichet übergeben, wie u.a. die Golem berichtet. Dies kam vor allem dadurch ans Tageslicht, dass Twitter dagegen geklagt hatte, dies nicht veröffentlichen zu dürfen – und gewann. So können die Betroffenen nun Rechtsmittel dagegen einlegen.

Aber mit Twitter kann man nicht nur Geheimnisse ausplaudern, auch eine Kaffeemaschine kann man nun damit steuern, wenn man sich ein bisschen Bastelarbeit macht. Eine lustige Idee, näher beschrieben ebenfalls auf Golem.

Der BVDW vergibt wieder Stipendien für den berufsbegleitende Studiengang „Fachwirt Social Media“ an der DDA (Die Dialog Akademie) in München, Stuttgart und Köln. Die Stipendien bestehen in der Übernahme der Studiengebühren für den 8-monatigen Kurs durch den BVDW; Reise- und Materialkosten o.ä. tragen die Stipendiaten selbst bzw. deren Arbeitgeber. Weitere Informationen auf der Seite des BVDW.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar lesenswerte Artikel. Über die Angst des Managements vor Social Media schreibt der Harvard Business Manager. Über die journalistische Arbeit zu Zeiten der Social Media der Focus. Die aktuelle Ausgabe des Spiegel enthält eine – im Netz nur gegen Gebühr erhältliche Titelstory zum „Milliardengeschäft mit den Kundendaten“ (lustigstes Zitat daraus: „Gefällt mir“-Schaltknopf“). Die Kollegen von Was Mit Medien haben ihn gelesen – und heftig kritisiert. Viel Spaß bei der Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht

Fabian Stenzel

Die Woche in Social Media (KW 1/2011)

So, nach den Ferien wünsche ich erst mal ein frohes neues Jahr – und gleich geht es hier weiter mit einigen Neuigkeiten, vor allem Facebook betreffend:

Zunächst zu den Finanzen: Twitter wurde nun mit 3,7 Mrd. USD bewertet und hat damit innerhalb von 12 Monaten seinen Wert fast vervierfacht, wie die Internetworld berichtet. Gleich 2 Börsengänge bestimmen die heutigen Schlagzeilen: Laut der Nachrichtenagentur Reuters will LinkedIn bereits 2011 an die Börse gehen, nach zitierten Insidern vor allem deswegen, weil Facebook 2012 den gleichen Weg nehmen will (siehe Wall Street Journal) – und sich dann wohl keiner mehr für das Business-Netzwerk interessieren würde, wie unbenannte Quellen zitiert werden. Auch diese Woche gab es nämlich bereits einen Ansturm auf die neu geschaffenen Anteile an Facebook, das dadurch mit 50 Mrd. USD bewertet wurde. Ob dies übertrieben ist oder nicht kann man in 2 Artikeln nachlesen, einmal in einem Interview mit dem „Aussteiger“ Thomas Heilmann, einmal mit einem Rechenspiel durch Nils Jacobsen. Immerhin wurden nun schon mal Zahlen veröffentlicht. So hatte Facebook laut Focus in den ersten 9 Monaten des Jahres 2010 einen Umsatz von 1,2 Milliarden und einen Gewinn von 355 Millionen Dollar.

Ob Blase oder nicht, fest steht, dass durch den Erfolg von Facebook andere Anbieter deutlich hinterherhinken. So zum Beispiel myspace, das nach  Relaunch und neuem Logo nun trotzdem (oder gerade deswegen?) vor einer drastischen Entlassungswelle steht. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind davon wohl ein Drittel bis die Hälfte der Mitarbeiter betroffen – und das obwohl im Sommer bereits 30% der Angestellten gekündigt wurde.

Derweilen wird bei Facebook ein neuer Spielechef vorgestellt: Sean Ryan, vorher bei Murdochs News Corp.,  soll sich laut Golem nun um die sehr erfolgreiche Sparte kümmern.

Für Datenschützer wahrscheinlich der nächste Facebook- Alptraum, für viele User eine weitere Erleichterung: Eine Gesichtserkennungssoftware soll nun neu hoch geladene Fotos gleich untersuchen und so das Taggen erleichtern, wie Justin Mitchell im FB-Blog erklärt. Paul Butler, Angestellter im Data Infrastructure Engineering Team, zeigt auf einer Weltkarte die Verbindungen der Facebook-User weltweit. Zur Weihnachtszeit war Facebook jedenfalls erstmals die am meisten geklickte Website in den USA – noch vor Google, wie die Internetworld berichtet.

Skype bietet nun – allerdings kostepflichtig – Videokonferenzen auch für mehrere Teilnehmer an. Bis zu zehn Mitarbeiter oder Freunde können so nun gemeinsam sprechen und sich dabei sehen, wenn die neue Version 5 installiert ist. Außerdem plant Skype scheinbar die Übernahme von Qik, einem Anbieter für mobile Videosoftware, wie im Business Insider zu lesen ist.

Gleich 2 Analysen zu Polikern im Web sind dieser Tage erschienen. Dabei hat in den USA laut Meedia (bzw. laut Analyst Klout.com) Teenieidol Justin Bieber die Nase vor Präsident Barack Obama vorn.  In Deutschland sieht die Internetworld (bzw. der Augsburger Social Media Agentur interactivelabs) Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vorn.

Neues gibt es auch bei Wikileaks – nämlich, dass nun auch Apple nach nur 2 Tagen eine Wikileaks-App wieder aus dem App-Store entfernt hat, wie die Internetworld berichtet. Ob dies aus politischen Gründen oder weil die Hälfte der Einnahmen als Spende an Wikileaks gehen sollten (und dies bei Apple untersagt ist) passierte, ist nicht bekannt. Eien Gruppe um Ex-Sprecher Daniel Domscheit-Berg plant derweilen eine Alternative auszurufen namens Openleaks, wie u.a. Chip berichtet.

Und eine neue Studie gibt es auch noch:  Wie Forrester Research nun herausgefunden hat, sind in Westeuropa nur 11,1% aller Internetnutzer verantwortlich für die Erstellung von 80% aller Posts – und nur 4% für 80% aller wirklich einflußreichen Posts.

So, dies wäre es für den Jahresanfang gewesen, bis nächste Woche.

Fabian Stenzel

Assenge und Wikileaks

Die News im Fall Assenge und Wikileaks sind zu viel für den Wochenrückblick, deswegen gibt es nun mal eine Sonderzusammenfassung.

Der Fall schlägt hohe Wellen, wobei 2 für mich klar zu trennende Dinge viel zu sehr vermischt werden („The Wikileaks Sex Files“ – als wäre eine Website wegen Vergewaltigung angeklagt): Zum einen die Vergewaltigungsvorwürfe, deren Zustandekommen in der Daily Mail anhand von Zeugenaussagen rekonstruiert wird (deutsche Version hier). Darauf möchte ich nicht näher eingehen, dies sollen die Gerichte klären, für eine Boulevardisierung ist mein Blog nicht gemacht. Wobei es schon sehr merkwürdig anmutet, dass man zuerst gelesen hat, dass er sich der britischen Polizei gestellt habe, um dann immer wieder vom „verhafteten“ Wikileaks-Chef zu hören. Man fragt sich, ob man das als Übersetzungsfehler oder Meinungsmache werten soll.

Interessanter aber finde ich, dass nach der letzten großen Veröffentlichung nun von allen Seiten Druck gemacht wird. Visa und Mastercard boykottieren die Whistleblower-Plattform ebenso wie paypal, wohl auf Druck Bitten der US-Regierung, wie ein Mitarbeiter nun zugegeben hat. Anscheinend hat paypal den Beschluss gefasst, nachdem das State Department in einem Brief geschrieben habe, dass Wikileaks in illegale Machenschaften verwickelt sei. Im gleichen Atemzug wurden auch die Konten der Wau-Holland-Stiftung eingefroren, die sich nun dagegen – und gegen Paypals im Firmenblog geäußerte Unterstellung, die Stiftung unterstütze illegale Machenschaften – wehren will (Quelle: Golem).

Was mich dabei wundert: Zum einen weiß man doch, was Wikileaks ist und dass die dort veröffentlichten Dokumente in der Regel nicht legal beschafft sind. Wenn man ihnen trotzdem ein Konto gibt, erscheint es sehr merkwürdig, dies dann wieder einzufrieren – noch dazu, wenn ein Brief nicht mal von der Exekutiven oder Judikativen (also der ausführenden bzw. rechtsprechenden Gewalt) kommt, sondern von der Legislativen, also gesetzgebenden Gewalt, die dafür eigentlich gar nicht zuständig ist. Die Gewaltenteilung scheint in den USA – wie auch die Trennung von Staat und Kirche – nur noch auf dem Papier zu bestehen. In Deutschland wäre das – zum Glück – kaum vorstellbar, dass Merkels Mitarbeiter oder Ministerien z. B. einen Brief an die Deutsche Bank verfassen und darum bitten, die Konten des Spiegel zu sperren, da dieser die Dokumente von Wikileaks in Auszügen veröffentlicht hat.

Nachdem nun aber sowohl Amazon mit dem „Rausschmiss“ von ihren Servern, als auch Visa, Mastercard und Paypal Druck auf Wikileaks gemacht haben und dies von vielen als Angriff auf die Presse- bzw. Informationsfreiheit angesehen wird, regt sich massiver Wiederstand gegen diese Unternehmen.  Abgesehen von einigen Boykottaufrufen, kritischen Kommentaren auf dem Paypal-Facebook-Account und spontanen Kündigungen (Quelle: Handelsblatt) machen sich immer mehr Hacker daran, diesen Unternehmen, wie auch der Schweizer Postbank Postfinance, die das Privatkonto von Assange gesperrt hatte, das Leben schwer zu machen. Die DDoS Angriffe haben nun scheinbar die Zahlungssysteme von Mastercard lahmgelegt, wie Golem berichtet. Aber auch Wikileaks selber schlägt zurück und veröffentlicht nun lt. Spiegel geheime Dokumente dieser Unternehmen, in denen man u.a. lesen kann, dass die Kreditkartenunternehmen die US-Botschaft in Moskau dazu gedrängt haben sollen, gegen ein ungeliebtes Gesetz Lobbyarbeit zu machen.

Scheinbar zensurlos scheint dagegen Twitter zu sein. Die noch vor Tagen geäußerte Vermutung, die Entfernung von Begriffen wie #wikileaks aus den Trending Topics seien Absicht gewesen, entkräftete nun deren Pressesprecher und verwies darauf, dass die Topics ermittelt werden, indem ein Algorythmus die im Vergleich zur Vorzeit deutlich mehr genannten Worte rausfiltere. Da das Thema aber schon sehr lange sehr beliebt sei, sei dieses eben nun nicht mehr gelistet, da es eben wenig Unterschied zu den Wochen vorher gebe.

Die Woche in Social Media (KW 48)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und nebem viel zu viel Schnee rieseln auch einige Nueigkeiten im Bereich Social Media:

Nachdem die Whistleblower-Plattform Wikileaks durch die Veröffentlichung von Dokumenten aus der Diplomatie für Aufsehen sorgte, bei der man sich allerdings fragen muss, wer denn eigentlich davon einen Nutzen hat, wurde nun von Amazon, die neben Büchern auch Serverspace verkaufen, die Nutzung dafür entfernt. Die Gründe sind dafür unklar, zunächst hieß es,  dies sei aufgrund des Druckes durch Washington geschehen, was jedoch dementiert wurde mit dem Hinweis, dass Wikileaks gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen habe (illegales Material) – was allerdings reichlich abwegig erscheint, zumal man sich, wenn man Wikileaks als Kunden annimmt, dessen bewußt sein muss, dass es hierbei auch um illegales Material geht. Auch Domainname-Systemanbieter EveryDNS und Domainregistrar Dynadot verweigern die Dienste, weshalb Wikileaks derzeit nur mit .ch zu finden ist (oder der IP-Adresse). (QUellen: u.a. Spiegel, FTD und Internetworld)

Aber Amazon ist diese Woche noch mal negativ aufgefallen, nämlich mit dem Cyber Monday. Dieser sollte eigentlich ein Fest für alle sein, mit tollen Angeboten und vielen Käufen. Tatsächlich waren alle Angebote innerhalb weniger Sekunden (meist unter 5!) ausverkauft, wie auch ich mehrfach feststellen musste – und das, obwohl die gleichen Artikel bei Amazon zum Normalpreis noch vorrätig ware. Zuerst ergoß sich der Frust auf der Amazon-Facebookseite (mit knapp 1500 Kommentaren), anschließend wandelte sich dies in Zynismus um, wie ein Tag später, als Reifen im Tagesangebot waren und gleich der erste Post war „in welchem Zeitraum gibts die denn? ist nur einer vorrätig oder kann ich auch 4 für mein auto bestellen?“. Die Verbraucherzentrale spreche von Lockvogelwerbung, wie Golem festgestellt hat und erwäge juristische Schritte, was aber scheinbar nach einer Gesetzesänderung nicht leicht sei.

Nachdem der Jugendmedienschutz-Staatsvertrages ab 1.1.2011. verändert ist und Websites eine Alterseinstufung bekommen sollen, kündigen immer mehr Blogs an, aufzuhören, wie unter anderem bei er Internetworld zu lesen ist.

Laut einer Studie, so berichtet der Spiegel, sind Jugendliche inzwischen längst nicht mehr so offen im Internet und geben immer weniger Informationen der Öffentlichkeit preis.

Bevor die letzten User auch noch weglaufen (Freitag, 18 Uhr, da darf man übertreiben…), haben die VZ-Netzwerke nun mit dem Musikstreamer Simfy kooperiert, so dass man nun zum vergünstigten Preis Musik streamen kann.

Dass facebook nicht gerade ein Hort an Verschwiegenheit und Privatsphäre ist, ist hinlänglich bekannt – dachte ich. Tatsächlich scheint es gerade wegen Facebook-Einträgen immer wieder zu Scheidungen zu kommen, wie Meedia nun berichtet. In den USA geschehen inzwischen 20% der Scheidungen wegen Einträgen auf Facebook , wie die American Academy of Matriomonial Lawyers herausrausgefunden hat.

Spannend auch der Artikel in der FAZ, in dem berichtet wird, wie man Börsenvorhersagen anhand von Twitter machen kann. So, und nun gehe ich ins wohlverdiente Wochenende und wünsche ein ebensolches!

Abteilung Shopping – „Sonderangebote“ bei Karstadt

Immer schön, wenn man im Geschäft eine CD findet, deren Preis enorm reduziert ist. Bei Karstadt in Neukölln gibt es dieser Tage einige große Wühltische, auf denen man CDs und DVDs findet, die um sagenhafte 70% reduziert sind. Komisch nur, dass einige der CDs mit Phantasiepreisen beklebt sind und somit auch mit Rabatt teurer sind, als in manch anderem Laden ohne.

Sieht man mal unter die Etiketten, weiß man auch warum: Scheinbar wurden einige der CDs noch eben mit einem höheren Preis etikettiert, bevor sie auf dem Wühltisch landeten. Wie hier, wo der Preis von 21,99 auf 24,99 erhöht wurde.

Etikettenschwindel bei Karstadt?

Die Woche in Social Media (KW 47)

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, wird der Pressesprecher von OTTO oft zitiert und wenn man sich das Ergebnis des OTTO Modelwettbewerbs anschaut, könnte er Recht haben: „Brigitte, 22 aus Koblenz“, offensichtlich ein verkleideter Mann, hat den Wettbewerb gewonnen. Knapp 50.000 Facebook-User haben gevotet, ca. 23.000 Stimmen fielen auf ihn. Trotzdem es nur um ein Fotoshooting (OTTO: „@Brigitte: Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus.“) und 400 Euro ging, gab es doch einige verärgerte bis beleidigende Äußerungen wie Sascha Mörs alias „Brigitte“ im Spiegel-Interview erzählt. Bemerkenswert dabei finde ich, dass OTTO den Mut hat die Aktion mit dem Gewinner durchzuziehen, anstatt, wie es viele andere Unternehmen wohl getan hätten, diesen offensichtlichen Fake zu löschen. Da hat jemand Social Media verstanden!

Top10-Datensünder Deutsche Bahn will nun, wie die FTD berichtet, nicht mehr (!) bei Social Networks seinen Angestellten hinterherschnüffeln recherchieren, sondern scheint sich mit dem Betriebsrat auf ein Vorgehen verständigt zu haben, das „deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht“. Der Bock als Gärtner? Oder hat da ein Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt, in denen ein guter Ruf sehr viel wert ist?

Jedenfalls hat die israelische Armee diese Zeichen noch nicht erkannt (oder ignoriert sie absichtlich) und schnüffelt hinter Kriegsdienstverweigerern, die dies aus religiösen Gründen tun, hinterher. Wie der Spiegel berichtet, gibt es eine eigene Task Force, die speziell nach Bildern, auf denen unkoscheres Essen oder für streng Gläubige unangebrachte Kleidung getragen wird oder nach Statusmeldungen, die am Sabbat erfolgten, da die Gläibigen Tätigkeiten wie diese an ihrem heiligen Tag nicht ausführen würden. Angeblich wurden schon 1000 überwiegend weibliche SchummlerInnen überführt.

Adidas wiederum scheint seine Zielgruppe bei den Social Media Diensten entdeckt zu haben und wird dafür nun größere Teile seines Marketingetats verwenden, wie das Handelsblatt berichtet. Kein Wunder, hat sich die Anzahl der Facebook-Fans der Fußballsparte seit Jahresbeginn um mehrere Hundert Prozent gesteigert. Wichtig für das Unternmehen ist dabei auch das Monitoring, bei dem eswichtige Erkenntnisse über Kundenmeinungen bekommt.

Nachdem Google von Facebook verlangt hat, ebenfalls einen Freundesfinder einzurichten und solange den Zugang zu den Google-Kontakten der User blockiert hat, hat Facebook nun Google ganz aus der Freundfinder-Liste gestrichen, wie Spiegel Online berichtet. Ob Google vs. Facebook der neue „kalte Krieg“ wird? und wenn ja: Wie wird Apple dann darin verwickelt?

Auf jeden Fall hat Facebook nun die Markenrechte für das Wort Face „in Telekommunikationsdienstleistungen, Chaträumen und anderen computergestützten Mitteilungsformen“ beantragt, wie die Internetworld berichtet. Ob Apple, da eh im Dauerclinch mit Facebook, dagegen klagen wird, wegen dem eigenen Chatdienst namens FaceTime? Oder wird Facebook Apple dann wiederum verklagen? Facebook tut das ja recht gern, siehe Lamebook.

Bei Facebook gab es nun den ersten (?) Fall von Zensur. Wie die Zeit mitteilt, hat Facebook seinen Nutzern verboten, das Wort Lamebook zu verwenden. Lamebook ist ein Blog, dass lustige Posts von Facebook sammelt. Auch wurde die Fanpage gelöscht und es war nicht mal möglich, das Wort in einer Mail zu verwenden. Inzwischen ist die Totalblockade wohl wieder aufgehoben, aber das zeigt doch, wie schwierig es ist, wenn die Macht über die Kommunikation bei einem Unternehmen ist.

Derselben Meinung ist übrigens auch Internet-Erfinder Tim Berners-Lee, wie er im Scientific American schreibt. So spricht er sich klar für offene Standarts und die Netzneutralität aus – und empfindet geschlossene Systeme wie die von Apple, Facebook und co. als Bedrohung.

Derweilen wollen ein paar findige Männer auf Facebook die Combic-Bild-Euphorie der letzten Wochen ausnutzen und bitten diesmal „alle Mädels“, statt ihrem Gesicht ihre Brüste als Profilbild zu zeigen. Ob auch nur eine der Damen so blöd ist, bei der Aktion mit zu machen??

Was zu beachten ist, wenn man einen Gefällt-Mir-Button in seinen Online-Shop integriert, erklärt Ulrich Hafenbradl in der Internetworld.

Das Bewertungsportal Qype rüstet auf. Mithilfe von 6,5 Millionen Euro – davon 3 Millionen von Vodaphone – soll vor allem das Mobilgeschäft ausgebaut werden, wie in einer Pressemitteilung zu lesen ist.

Die Woche in Social Media (KW 46)

Tja, so ist das, wenn man sich einen Tag Urlaub gönnt: Da wird doch glatt der fast schon fertige Post vergessen – daher leider erst am heutigen Dienstag die Newszusammenfassung der letzten Woche.

Over and out: Nachdem die Bahn vor einiger Zeit mit ihrer Ticket-Aktion bei Facebook viele negativen Stimmen dort sammeln mußte, sind diese nun gelöscht, da die Bahn „nach drei aufregenden Wochen“ nicht nur der Aktion das Ende, sondern auch der Site eine „kurze Pause“ gönnen wollen. Weitere Aktionen kommen wohl, die über 60 Kommentare zu ihrem letzten Posting bleiben aber wie gewohnt unkommentiert, auch der, in dem angemerkt wird, dass dies ja kein „Chef-Ticket“-Account, sondern der der Deutschen Bahn sei, weswegen die Schließung umso merkwürdiger sei. Tja, erste Erfahrung gesammelt, Lerneffekt: Null. Zumal die Bahn gerade auch das Startup DeinBus.de verklagt, das als Busmitfahrgelegenheitsportal mit extrem günstigen Preisen ernsthafte Konkurrenz für das Staatsunternehmen darstellt.

Auch off: Die Dr. Pepper Kampagne in England unter dem Titel ‚What’s the Worst that Could Happen?‘, wie der Guardian schreibt. Eigentlich ja eine lustige Idee: Gib uns Deinen Account frei und wir posten ohne Dein Zutun Dinge wie „what’s wrong with peeing in the shower?“ – und wer das aushält, kann 1000 Pfund gewinnen. Nur ist die beteiligte Agentur wohl über das Ziel hinausgeschossen, als der Zufallsgenerator bei einer 14jährigen ein Zitat eines Hardcore-Pornostreifens postete. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wurde der sich beschwerenden Glasgower Mutter als Entschuldigung ein paar Theaterkarten (in London!) angeboten.

Facebook hat seinen neuen Emailservice vorgestellt. Neben den neuen @facebook.com-Adressen, die sicherlich für einen großen Run sorgen werden, versucht man hier, die komplette Kommunikation, bestehend aus Mail, Instant Messages und SMS unter einen Hut zu bekommen. Klingt erst mal verführerisch, die Nachrichtenverläufe der letzten Jahre einsehen zu können, tatsächlich beginnen die Datenschützer bereits, vor zu vielen Daten bei einem Anbieter zu warnen. Eine Studie von PewInternet zeigt jedenfalls, dass Jugendliche immer weniger Emails schreiben und stattdessen SMS verschicken oder über Social Networks kommunizieren.

Auch wenn Facebook in immer mehr Ländern Marktführer wird, einige Länder gibt es doch, wo andere Social Networks eine bedeutendere Rolle spielen. Eine Liste hat nun das Blog Off The Record herausgegeben.

Auch wenn die Zahlen natürlich an die von Facebook heranreichen: Twitter wächst. Wie Meedia berichtet, bildet sich der Fokus der schnellen Nachrichtenübermittlung heraus, was besonders den Massenmedien zu Gute kommt. Aber auch Twitter selbst arbeitet daran. So sind die Topthemen nun auch für Deutschland und andere Länder verfügbar, wie im Firmenblog berichtet wird.

Facebook stand aber diese Woche im Zeichen der Comics. Nach einem Kettenbrief tauschen immer mehr User ihr Profilbild gegen eines des Comichelden ihrer Kindheit ein. Die Aktion, nicht die erste ihrer Art, geht noch bis Ende der Woche.

MySpace hat nun auch in Deutschland auf das neue Design umgestellt. Somit gibt es nun mehrere PopUp-Werbungen auf dem eigenen Profil, viele Funktionen funktionieren aber nicht und bringen mich persönlich dadurch zur Weißglut – zum Beispiel wenn man jemandem einen Kommentar posten will, dies auf 2 Arten probiert und das nicht nur nicht funktioneirt, sondern auch noch der eingegebene Text einfach mal so verschwindet. Waren solche Ausfälle nicht auch die Gründe dafür, dass man sich von dem Network abwendete? Andererseits kursiert gerade auf Facebook das Bild eines Grabsteines, auf dem das Ende von MySpace verkündet wird.

Soweit die News, am Freitag gibt es den nächsten Schwung.

Axel E. Fischer, CDU, fordert …

Nachdem der Politiker in einem Interview „Vermummungsverbot im Internet“ und ein Radiergummi für ebendieses gefordert hatte, macht sich, ähnlich wie beim Blumenkübel, die Internetgemeinde nun lustig über die absurden Forderungen.

Hier meine – subjektiv ausgewählte – Top10:

10. Axel E. Fischer, CDU, fordert verstärktes militärisches Engagement in Java

9. Axel E. Fischer, CDU, fordert Endlager für Atom-CPUs

8. Axel E. Fischer, CDU, fordert ständigen Sitz im Windows Security Center

7. Axel E. Fischer, CDU, fordert Sicherheitsabstand auf Datenautobahnen

6. Axel E. Fischer, CDU, fordert Umweltabgabe auf den Datenstrom

5. Axel E. Fischer, CDU, fordert Telefonbuch für IP-Adressen

4. Axel E. Fischer, CDU, fordert Fangquote für Soziale Netze

3. Axel E. Fischer, CDU, fordert Buchpreisbindung für Facebooks

2. Axel E. Fischer, CDU, fordert Wärmeschutzverglasung für Windows

1. Axel E. Fischer, CDU, fordert Deutsch als Programmiersprache

Die Woche in Social Media (KW 45)

Nach 2 eher mageren Wochen, was die Informationsflut aus dem Web 2.0 (endlich habe ich diesen Begriff auch mal benutzt) angeht, kommen diesmal wieder einige News:

Der Blog Datadriven.de hat sich die Mühe gemacht, verschiedene Daten über Social Media Benutzer zu kombinieren und das dann zu analysieren und kommt z.B. darauf, dass Wer-Kennt-Wen das Netzwerk mit dem niedrigsten Bildungsniveau ist (gleichzeitig übrigens auch das mit dem höchsten Frauenanteil und dem höchsten Anteil an Berufstätigen) oder dass die Silver Surfer auch im sozialen Netz keine wesentliche Rolle spielen.

Laut einer Studie von technorati.com nehmen die privaten Blogs aufgrund vermehrter Nutzung von Microblogging und sozialer Netzwerke ab. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der Unternehmens- und Freelancerblogs, wie die Welt.de zusammenfasst.

Eine andere Studie, der PR-Trendmonnitor 2010, kommt zu dem Schluss, dass PR-Leute Twitter noch nicht für sich entdeckt haben. Ganze 69,3 % der Pressestellen und 62,3 % der PR-Agenturen gaben an, dieses Tool gar nicht zu benutzen. Weiterhin sagten ca. 63% der Befragten, dass Social Media die Herausforderung der Zukunft sei.

Noch ein neuer Browser – braucht das die Welt? Ja, findet RockMelt, das Unternehmen von Netscape GründerMarc Andreessen, das nach Angaben von TechCrunch demnächst ihren neuen, sehr Social Media lastigen Browser veröffentlichen soll. Durch Integration von Share-Buttons, Freundeslisten und direkten Links zu den Portalen bringt es einige neue Anregungen, die sicherlich bald von den anderen Browsern aufgegriffen werden.

Die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse benutzte die Fotos verschiedenster Nutzer von Twitter bzw. Twitpic ohne deren Einverständnis. Laut ReadWriteWeb.com hat die Agentur die Nutzungsrechte, dass die Fotos von jedem benutzt werden könne, soweit interpretiert, dass sie diese sowohl selbst verwendet als auch angeboten und verkauft hat. Ein Fotograf klagt nun vor einem New Yorker Gericht dagegen. Twitter wiederum hat nun die AGBs dergestalt geändert, dass die Bildrechte nun beim jeweiligen Fotografen bleiben.

Facebook hat beschlossen, 450 Millionen Dollar in ein neues Rechenzentrum in North Carolina zu investieren, um einen flüssigere Performance zu garantieren, wie Golem.de nun berichtet. Gleichzeitig wird nun mit Boku neben Zong ein zweiter Mobile-Payment-Anbieter für virtuelle Güter hinzugefügt, wie Boomtown berichtet.

Das Startup Mashlab hat nun eine kostenlose Version seines Browserprogrammes zum Design von Facebook-Fanseiten veröffentlicht. Auch wenn einige Features der kostenpflichtigen Pro-Version fehlen, ein guter Einstieg in individualisierte Fanpages.

Ein neuer Streit zwischen Google und Facebook ist nun entbrannt: Hieß es am Montag noch, dass Google seine Mailrichtlinien dahingehend ändere, dass andere Dienste nur noch auf die Daten zugreifen könne, wenn der Austasuch in beide Richtungen geschehe, umgeht Facebook dies nun, indem es den Usern zeigt, wie man die Daten aus Google exportiert und bei Facebook wieder einpflegt, wie die Internetworld berichtet.

Provozieren sollen sie schon, die Anzeigen von der Aktion Mensch, die mit Sätzen wie „Voll behindert (nicht alle mitspielen zu lassen)“ für mehr Toleranz behinderten Menschen gegenüber wirbt. Dass diese zu provokant bzw. zu mißverständlich seinen, findet Facebook und lehnt diese ab, wie der Spiegel nun berichtet.

Vor allem aufgrund des rasanten Wachstums der Sparte E-Recruiting um über 80% legte das Business-Network XING im 3. Quartal 2010 erneut zu und erwirtschaftete einen Umsatz von 13,6 Mio. € und einen EBITDA von 4,46 Mio. €.

Auch das Innenministerium macht nun Werbung in Social Media – und zwar für den erst kürzlich wegen dem schnellen Hacken in die Kritik geratenen neuen Personalausweis. Auf einem speziellen Profil auf StudiVZ wird darüber hinaus in einem Gewinnspiel nach dem „verrücktesten Passfoto“ gesucht. Originell: Ist man nicht eingeloggt, findet sich links unter „Immatrikulieren“ der Hinweis „Auf die Unzuverlässigkeit anderer kann man sich immer verlassen!“

Wer beim Internetfernsehen nun auch per Fernbedienung umschalten will, kann dies mit Hilfe eines Android-Apps für YouTube Leanback, wie im Firmenblog verkündet wurde.  Allerdings müssen sich – wie üblich – eurpoäische Benutzer noch gedulden, das Tool gibt es derzeit nur im amerikanischen Andriod-Store erhältlich.

Das iTunes-Netzwerk macht nun gemeinsame Sache mit Twitter, wie die Internetworld berichtet. So kann man nun automatisch Tweets posten, wenn man Songkritiken veröffentlciht oder Songs mit einem „Gefällt mir“ kennzeichnet.

Soweit die News der Woche, ein schönes Wochenende wünsche ich!

Abteilung Servicewüste (diesmal beim Otto Versand)

Lieber Otto-Kundenservice,

ich habe gestern – nachdem ich bereits auf meine vor mehreren Tagen bestellte Ware gewartet habe – einen Brief von Ihnen bekommen (ein Brief – obwohl ich bei der Bestellung auch meine Emailadresse angegeben habe) mit dem Hinweis, dass Sie, obwohl man dies bei der Bestellung auswählen kann, die Ware nicht per Rechnung zusenden können. Nun fordern Sie mich auf, eine teure 0180-Telefonnummer anzurufen, die mit einigen Kosten verbunden ist, weil IHR SYSTEM den Fehler macht, mir als Neukunden die Bezahlung per Überweisung anzubieten.

Ich als Kaufmann für Matketingkommunikation mit Schwerpunkt Social Media frage mich ja, ob das eine neue Masche Ihrerseits ist, günstige Angebote nachträglich zu verteuern?

Abgesehen davon, dass der Bestellvorgang absurd lange dauert und es immer mehr Unternehmen gibt, bei denen man innerhalb von 1-2 Tagen die bestellte Ware vorliegen hat, abgesehen davon, dass Sie Ihren Kunden scheinbar nicht vertrauen, abgesehen davon, dass Sie einen Brief anstelle einer schnellen Email schicken frage ich ich mich dann doch, ob ich bei einem Unternehmen Kunde sein möchte, dass mich nicht auffordert, meine Kreditkartennummer im Online-Kundencenter einzugeben, sondern telefonisch.

Mit freundlichen Grüßen,
Fabian Stenzel