Die Woche in Social Media (KW 9 und 10/2011) – Teil 1

Zunächst Verzeihung, dass ich letzte Woche nicht zum Bloggen gekommen bin, ich hatte reichlich Stress mit einer Familienfeier. Daher gibt es aber diese Woche ein paar News mehr, die ich heute und Anfang kommender Woche hier poste.

„Facebook macht uns alle besser!“ – so könnte man den Artikel in der TAZ vermutlich zusammenfassen, der die Forschungseregbnisse von Jeffrey Hancock, Dozent für Kommunikation an der Cornell Universität, zusammenfasst. So wurden Testpersonen vor Computer oder Spiegel gesetzt und die, die ihr Facebookprofil vor Augen hatten, hatten eine deutlich positivere Einstellung zu sich selbst. Scheinbar ermöglicht es Facebook, sich von seiner besten Seite zu zeigen.

Manchmal ist diese aber auch zu gut. Wie bei einer 15jährigen Australierin, die laut Stern auf ihre eigentlich nur für Freunde gedachte Geburtstagseinladung 200.000 Zusagen bekam. Auch wenn die Party inzwischen abgesagt ist, werden trotzdem mehrere Polizeiwägen patrollieren.

Dass Fan nicht gleich Fan ist, sollte bekannt sein. Während Meedia nun verkündet, dass Rapper Eminem kurz vor dem Erreichen der 30 Millionen-Fan-Marke steht, hat sich nun das amerikanische Unternehmen Fangager die Mühe gemacht nachzusehen, wer auf Facebook die aktivsten Fans hat. Und das ist weder Lady Gaga, die gerade von Eminem vom Thron gestoßen wurde, noch Eminem, sondern Justin Biber, wie nun bei W&V nachzulesen ist.

Gleiches Magazin hat nun veröffentlicht, dass Facebook innerhalb eines Jahres die Nutzerzahlen in Deutschland nahezu verdoppelt hat und somit mit 22 Millionen Usern Gewinner des Jahres ist. Gleichzeitig wird laut Heise nun Politikwissenschaftlerin Eva Maria Kirschsieper den Job als Lobbyistin bei Facebook einnehmen.

Wieder einmal wird gezeigt, wie es nicht geht, diesmal von Meedia: So soll ein Crysler-Mitarbeiter sich durch den Tweet „I find it ironic that Detroit is known as the #motorcity and yet no one here knows how to fucking drive“ ins Aus manövriert und der Firma Statements über einen „unglücklichen Zwischenfall“ entlockt haben .

Zum Selberlesen gibt es diese Woche einen Artikel von Luca di Blasi über das Facebook-Profilseiten-Facenapping in der Zeit.

Ein kleines Special zum Thema Japan: Ein englischsprachiger Livestream berichtet seit dem Erdbeben, wie der Blog Fastvoice berichtet. Der Japaner Katz Ueno zeichnet verantwortlich und macht scheinbar nur kurze Pausen zum Schlafen oder Essen. Dabei ist er nicht der einzige, der Social Media zur Kommunikation nutzt. So werden laut FTD durch die Beeinträchtigung von Telefonnetzen diese Kanäle bevorzugt benutzt. Auch bei Twitter ist er zu finden. Der Textberater wiederum mahnt die Internetwerber, sich auf die neue Situation einzustellen und schnell zu reagieren, bevor weiterhin Werbung mit Zeilen wie „It’s Party Time“ neben Artikeln  zur Katastrophe zu finden sind. Über eine sehr beliebte Twitter-Parodie auf das Atomforum berichtet die Süddeutsche. Mit Tweets wie „Gorleben ist sicher! Das Wellblechdach des Zwischenlagers ist aus purem Metall“ oder „An der Wolke in Japan kann man sehr gut sehen, dass Windkraft absolut unkontrollierbar ist. Höchstgefährlich!“ wurden inzwischen über 3600 Follower angezogen.

Zu guter Letzt noch das Unterhaltungseck, ausgefüllt durch einen türkischen Opa, der durch das Youtube-Video eines Modetanzes zum Viral-Hit wurde, wie bei Meedia nachzulesen ist.

Bücher-Kurzkritik: Crowdsourcing von Oliver Gassmann

Anstatt nur die begrenzte Anzahl von Mitarbeitern oder Freunden anzuzapfen, kann man dank der Technik des Crowdsourcing auf eine riesige Gemeinschaft zurückgreifen, die bei Problemen helfen kann oder neue Ideen generieren kann.

Wie dies geht, zeigt dieses hervorragende Buch, das nicht nur Marketingleuten empfohlen wird, beispielsweise ist dies auch für die Produktentwicklung ein sinniges Tool.

Crowdsourcing von Oliver Gassmann ist erschienen im Verlag Hanser.

Die Woche in Social Media (KW 9/2011)

Ein paar Themen werden hier ja wöchentlich behandelt, zum einen die Finanzen, dazu kommen wir später, und zum anderen der Datenschutz. Bei Facebook weden die Bestimmungen diesbezüglich gerade überarbeitet – allerdings nicht inhaltlich, sondern gestalterisch. So soll laut FB-Blog vor allem an der Übersichtlichkeit und an einer leichter verständlichen Sprache gearbeitet worden sein. Einen Vorher-Nachher-Vergleich findet man hier.

Während in Tunesien die Jasmin-Revolution vor allem im Netz verbreitet wurde, stiegen dort auch die Zahlen der Facebook- und Twitternutzer, wie Golem darlegt. Nun soll eine E-Revolution folgen, „um E-Commerce zu fördern und IT-Investoren ins Land zu locken“.

Wie man aus 140 Zeichen 140 Sekunden macht oder was eigentlich hinter den Tweets steckt? 140 Sekunden, eine Net-Serie, beschäftigt sich damit und bringt in kleinen, gut gemachten Specials Hintergründe  über Tweets, die übrigens auch von Interessierten eingereicht werden können.

Nach einer bei der WUV besprochenen Studie wird die Frauenquote im Social Web auch diskutiert, die Postings dazu sind aber eher neutral (72%) als positiv (ca. 24%) oder negativ (4%).

So, hier die Finanzen: Facebook wird laut reuters inzwischen mit 65 Mrd. USD bewertet. Finanzinvestor General Atlantic will wohl einen 0,1%igen Anteil kaufen, was zudieser Bewertung führte. Währenddessen geisterte ein Gerücht durchs Netz, dass ein arabischer Scheich Facebook für 150 Mrd. USD kaufen wolle, um die Unruhen im Keim zu ersticken, nachzulesen unter anderem im schweizerischen Bund.

Wer von Wikileaks nicht genug kriegen kann, wird demnächst auch einen Film von Spielberg zu sehen bekommen. Dessen Studio hat sich nämlich sowohl die Filmrechte an Assanges als auch an Domscheid-Bergs Buch gesichert, verkündet die W&V.

Tja, und auch das Thema Guttenberg nimmt kein Ende, zumindest nicht im Social Web. Nach dem großen Erfolg der Gruppe „Wir wollen Guttenberg zurück“ melden sich laut Meedia nun auch andere – allerdings wahrscheinlich weniger ernst gemeinte Gruppen zu Wort wie „Wir wollen Otto von Bismark zurück“ oder „Wir wollen Gutenberg zurück“. Bekommen wird wohl keine der Gruppen, wonach ihr verlangt…

Was zum Schmunzeln zum Schluss: Auf einem Dachboden wurde laut Kojote-Magazin nun der Vorläufer zu Wilipedia entdeckt. Spaßiger Artikel…

Das war es auch schon für diese Woche, am kommenden Freitag gibt es den nächsten Wochenrückblick.

Die Woche in Social Media (KW 8/2011)

Wer auf Youropenbook.org einen Suchbegriff eingibt, sieht, was dazu bei Facebook öffentlich gepostet wurde. Diese Seite wurde von amerkanischen Kritikern entwickelt, die den Datenschutz dort bemängeln. Wie der Focus nun berichtet, ist es allerdings nicht möglich, diese Seite auf Facebook zu empfehlen, nicht mal als Mail, da dabei eine Art Zensur greife. Als ich es am Donnerstag Nachmittag ausprobierte, funktionierte es allerdings.

Ebenso neu zu sein scheint Socialnetworksecurity.org, die , so die Selbstbeschreibung, gegründet wurde, „um Sicherheitslücken auf Social Networking Plattformen aufzuzeigen“. Sehr sinnvoll sind neben dem direkten Aufzeigen der Lücken auch die Tipps für die Benutzer, die man Neulingen (z.B. Jugendlichen) – aber nciht nur diesen – sehr ans Herz legen kann.

Nachdem das Guttenberg-Plagiats-Wiki so erfolgreich war (wie berichtet), startet das Plagipedi Wiki nun, um weitere Dokortarbeiten bekannter Politiker zu durchleuchten. Ich persönlich wäre ja mehr an der Durchleuchtung der Magisterarbeit Guttenbergs sehr interessiert.

XING hat nun einen Ticketservice integriert. Da laut W&V im Jahr 2010 über 180000 Veranstaltungen über XING organisiert wurden, macht dies sicherlich Sinn – vor allem für die Einnahmen XINGs.

Findet man solche Artikel wie jetzt in der Zeit, schaut man erst mal, von wann die sind, denn: Den Inhalt gibt es gewissermaßen quartalsweise neu: Facebook hat mal wieder die Nutzungsbedingungen geändert und wieder schlagen Datenschützer Alarm. Diesmal geht es um die zunächst in Deutschland nicht (nun aber doch) aktivierte Funktion, die personalisierte Werbung zulassen soll. Diese kann man, wie im Artikel beschrieben, durch zweidrei Klicks deaktivieren, zunächst ist diese aber aktiv – allerdings nicht bei allen Nutzern, sondern erst mal nur bei einer Auswahl. Ob dadurch verhindert werden soll, dass sich diese Info schnell verbreitet und gleich alle Nutzer dies ausschalten?

Soeben erschienen ist übrigens ein BVDM-Leitfaden mit erfolgreichen Social Media Beispielen aus der Praxis. Ich werde versuchen, ein Rezensionsexemplar zu bekommen und demnächst darüber zu berichten.

Kommen wir zu den Finanzen:  Der chinesische Facebook-Klon Renren.com will an die Börse, und das an der Wallstreet und vermutlich vor allen anderen Social Media Unternehmen, wie Meedia berichtet. Die Gleiche Quelle zeigt auch auf, dass Zynga mit den Facebook-Spielen Farmville und Mafia Wars weit profitabler als Facebook arbeitet und Gewinne von 47% einstreichen kann.

Zum Leberlesen gibt es diesmal einen Artikel darüber, wie man einen Social Media Hype faken kann, zu finden bei Meedia und der Artikel in der t3n (nachzulesen im talkabout-Blog) über die Professionalisierung des Social Media Marketing.

Und das war es auch schon wieder mit den Neuigkeiten der Woche.  Bis nächsten Freitag.

Die Woche in Social Media (KW 7/2011)

Es ist ja nicht neu, dass der ein oder andere Politiker Dreck am Stecken hat. Neu ist hingegen, wie dies aufgeklärt wird. Gab es, wie jetzt im Bespiel des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg,  früher einen Zeitungsartikel, anschließend vielleicht noch ein/zwei aufklärende Leserbriefe, macht sich nun das große Kollektiv daran, abgeschriebene Stellen zu sammeln und diese in einem Wiki zu sammeln. Derweilen bewirbt die ebenfalls „bestohlene“ NZZ ihre Abos mit dem Slogan „Summa cum laude“. Was der PR-Berater Klaus Eck Guttenberg empfehlen würde, kann man bei der W&V nachlesen: Zum Beispiel auf der Facebook-Seite, auf der sich gerade ein Shitstorm entläd, mal Stellung zu nehmen – was er inzwischen tatsächlich getan hat (wenn auch nicht sehr aufschlussreich). Neben den zahlreichen #guttenberg-Tweets bei Twitter fand ich ebenfalls die bei Ebay versteigerte Guttenberg-Tastatur sehr lustig – aber das nur am Rande.

Damit man zukünftig nicht mehr jede Website mit einem Like-Button ausrüsten muss (bzw. diesen u.U. vermißt), wird es für das im März erscheinende neue Firefox einen integrierbaren Button geben, genannt F1.

Laut Paidcontent.org wird die Social Search bei Google deutlich erweitert. So wurden zwar die Ergebnisse von befreundeten Bloggern oder Twitterern schon seit 2009 mit angegeben, nun werden diese aber in die Suchergebnisse mit eingebaut. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn man bei Google angemeldet ist und seinen Account mit dem Twitter- Facebook- und anderen Accounts verbunden hat.

Auch im Jahr 2011 glauben immer noch 2/3 der Manager, dass Social Media zu viel Zeit verbraucht und verbannen dies aus den Büros, wie die FAZ berichtet. Nach einer Umfrage der Nationalen Initiative für Informations- und Internetsicherheit unter Fach- und Führungskräften der IT-Branche sorgen sich dabei 26% um die Sicherheit, während 40% die private Nutzung fürchten.

Foursquare wird nun Website & Service in „deutscher, französischer, italienischer, spanischer und japanischer Sprache“ anbieten, um so neue Märkte effizienter zu erschließen, wie die FAZ berichtet und zitiert den Foursquare-Gründer Dennis Crowley: „Um als soziales Netzwerk in Deutschland Fuß zu fassen, muss man in deutscher Sprache präsent sein. Und alles, was wir von Facebook oder Twitter sehen, führt ein Angebot in der lokalen Sprache zu einem Anstieg der Anmeldungen.“ Ich bin gespannt, ob dies den noch zögerlichen Deutschen das „Einchecken“ schmackhafter machen wird.

Twitter arbeitet nun profitabel, wie Meedia berichtet. So spricht CEO Dick Costolo auf dem World Mobile Congress von einem Umsatz von 100 Mio Dollar in 2011, der durch „Promoted Tweets“ erreicht werden soll und betont, dass das Unternehmen nicht zum Verlauf stünde.

Facebook wartet wiederum mit einer neuen Vice-President of Global Sales auf: Carolyn Everson, vor einem halben Jahr erst von MTV zu Microsoft gewechselt, wird nun diesen Posten einnehmen, verkündet die W&V.

Die Beantwortung der Frage, welches die beliebteste Marke auf Facebook (in Deutschland) ist, bietet eine Überraschung: Nicht Coca Cola, die international die Socialbakers.com-Charts anführen, sind hier top, sondern der Kinderriegel, gefolgt von Starbucks, Nike, Lufthansa und Otto.

Nachdem die Musikbranche brach liegt und es für junge Bands immer schwieriger wird, die Produktionskosten neuer Tonträger auf klassischem Weg zu erhalten, machen sich nun 2 Berliner Bands auf, durch Crowdfunding zu neuen CDs zu kommen. Wie das mit dem Portal SellaBand
bei Mittekill und Pitchtuner – so die Namen der Bands – geht, beschreibt das ehemalige Musikmagazin intro.

Zum Selberlesen: Ein Portrait des größten Social-Game-Herstellers Zynga, bekannt geworden vor allem durch FarmVille und Mafia Wars, findet sich bei Meedia.

Die Top10 der #Guttenberg-Tweets

Aus aktuellem Anlaß hier mal die Top10 der #Guttenberg-Tweets – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit…

10. Ich hab kein Problem mit #Guttenberg. Der hat bestimmt nicht abgeschrieben – der hatte nur einen schlechten Ghostwriter (@WooBertie)
9. Ich verzichte vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf mein Profilbild. (@zatrix23)
8. Tja, der Doktortitel wurde ihm verliehen und nun ist die Leihfrist abgelaufen. Bitte zurück geben, andere wollen auch mal… (@janine270)
7. Wann ist die #Guttenberg Dissertation fertiggestellt worden? Vielleicht hat er ja noch Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Ghostwriter??? (@WooBertie)
6. Herr Guttenberg gibt VORÜBERGEHEND seinen Doktortitel ab. Will er ihn sich zurückkaufen? (@chaosstil)
5. #Guttenberg hat ein paar Fehler gemacht – als „junger Familienvater“ kann das passieren. Hat er wenigstens das #Statement selbst verfasst? (@Koschkirowski)
4. #Guttenberg stellt sofort auf Open Office um, gab mit dem #Microsoft Office zu viel Ärger mit den #Fußnoten… (@Schuhmanschuh)
3.  Des Rästels Lösung: Die Arbeit wurde von Wikileaks vor Veröffentlichung an die Presse gegeben und DIE haben von #Guttenberg abgeschrieben. (@mrlizzard)
2. Bleibt fair! #Guttenberg sollte seine Doktorarbeit zumindest erst einmal gelesen haben, bevor er dazu Stellung nehmen kann! (@zuputu)
1. Zu #Guttenberg: „Meinen Ministerposten schreibe ich nicht ab!“ (@MP_Fischer)

Die Woche in Social Media (KW 6/2011)

Der Wochenrückblick erscheint diesmal leider erst am Montag, war am Freitag kurzfristig verhindert…

Geolocation everywhere, nach Facebook hat nun auch Google nachgezogen, wie die Welt berichtet: Somit kann man sich nun auch in Latitude an Orten einloggen, statt wie bisher nur als Punkt auf der Landkarte zu sehen zu sein – allerdings nur, wenn man ein Smartphone mit Android-Betriebssystem besitzt.

Tja, Social Media ist ja für viel gut, für manches aber auch scheinbar nicht: So hat laut Meedia der Vater eines vermissten Kindes bei Facebook eine Vermißtenanzeige gepostet, und wurde nun überschüttet mit Kommentaren. Viele davon waren Beistandsbekundungen, manche Beleidigungen, da die User das für einen schlechten Scherz hielten, aber auch die zuständige Polizeidienststelle wurde überhäuft mit Hinweisen – und dummerweise auch Anfragen, was die Arbeit der Polizei erheblich behindert.

Thema der Woche war wohl die unterdurchschnittliche Mitarbeit von Frauen auf Seiten wie Wikipedia und warum diese sich dort wie auch in Diskussionen weniger (und weniger vehement) einbringen – einen guten Überblick liefert die Zeit.

Laut einer Studie nimmt der Emailverkehr – besonders unter Jugendlichen – stark ab. Wie die Internetworld berichtet, zeigt dich der Trend am stärksten bei den 12-17jährigen, wo der Einbruch satte 59% beträgt – natürlich zugunsten der Kommunikation über soziale Netzwerke.

Die Kurznews: Twittpic, der Twitter-Bilderdienst, erweitert nun sein Angebot auf Videos, wie der Blog TechCrunch berichtet. Last fm geht laut einem Golem-Artikel den MTV-Weg und will künftig Geld für die Leistungen – außer, wenn man das Musikportal im Webbrowser benutzt. Openleaks, das neue Projekt des ehemaligen Wikileaks-Sprechers Daniel Domscheit-Berg, will nicht selber leaken, sondern eher als technischer Dienstleister fungieren (Quelle: Meedia)

Ein kleiner Hinweis: Da der facebook-Button rechtlich zumindest grenzwertig ist und es bereits zu einigen Abmahnungen deswegen kam, wird empfohlen, auf die Verwendung im Impressum hinzuweisen. Wie man dies tun kann, schreibt u.a. der Händlerbund.

Zum Selberlesen gibt es diesmal einen Artikel über Mitarbeiter-Motivation durch Social Media und die größten Risiken der Social Media (#1: Mangelndes Feedback), aufgeschrieben von der Internetworld.

Zu guter Letzt noch ein Veranstaltungshinweis: Während der Berlin Web Week, die vom 11. – 22. Mai stattfinden wird, gibt es auch den Infopark Internet Congress (17.-19.5.), über den ich höchstwahrscheinlich hier berichten werde.

Die Woche in Social Media (KW 5/2011)

Das ist natürlich bitter: Sollten Sie diesen Blog bereits mehrfach gelesen haben, sei Ihnen gesagt: Das war vertane Zeit! Glauben Sie bloß nicht, was Sie hier allwöchentlich lesen! Das hat nichts mit der Wahrheit zu tun, zumindest, wenn man der Publikation „Schau genau hin! Nachrichtenwege erkennen und bewerten“, die nun Schülern in Bayern vorgelegt wird, Glauben schenken mag. Aber muss man ja, denn dort (bzw. in den Lehrerunterlagen) heißt es, dass bei Blogs „die Informationen ungeprüft ins Netz gestellt“ werden und ein Blog „etwas Ähnliches wie ein persönliches Tagebuch im Internet“ sei. Originellerweise ist dies eine Zusammenarbeit der Bayerische Staatskanzlei mit dem Verband Bayerischer Zeitungsverleger, die die Broschüre herausbringen. In den USA nennt man sowas meines Wissens Lobbyarbeit… Es gibt viele Artikel zu dem Thema im Internet, damit Sie mal den direkten Vergleich haben, hier der Artikel des Spiegel und dazu der Artikel Tagebucheintrag von Stefan Niggemeier.

Bei Facebook gibt es derzeit wieder viele Baustellen: Zum einen wird der Nachrichtendienst Messages nun mit Verzögerung freigeschaltet, wie Meedia berichtet allerdings mit ein paar Kinderkrankheiten. Gleichzeitig will Facebook nun anderen Websites seine Kommentarfunktion anbieten, wie in der Zeit zu lesen ist. Somit kann man auf diesen Seiten ohne speziellen Login Kommentare verfassen – und bei Facebook bündelt sich die gesamte Kommunikation. Ein interessanter Ansatz, bei dem Datenschützer mal wieder – zu Recht – die Hände über dem Kopf zusammenschlagen werden – zumal bei Facebook-Places ja nun gerade mit Rabatten und Treueangeboten geworben werden kann (Vlg. Golem). Gilt es doch heute schon als Empfehlung, nicht alles auf einen Anbieter zu focussieren.

Tja, manchmal habe ich das Gefühl, eher über eine Soap zu schreiben, da es mitunter lauter Fortsetzungsgeschichten gibt. Zum Beispiel die Börsengänge der nächsten Monate. Bei Meedia werden nun LinkedIn und XING verglichen, also der Goliath aus den USA vs. dem Hambuger David, der trotz geringerer Mitgliederzahlen und einem Drittel Umsatz einen höheren Gewinn ausweisen kann – aber an den Börsen bislang eher niedrig gehandelt wird. Nunja, solange die Aktie nicht im Swiss Money Report gelistet ist…

Eine andere Soap: Die gekauften Links auf Blogs: Google prüft nun nach Berichten u.a. von Meedia Maßnahmen, da dies als Verstoß gegen die Richtlinien gewertet werde. Spannende Frage: Ob die beteiligten Unternehmen da vielleicht mit einer „Geldstrafe“ herauskommen (um mal mein Horrorszenario aufzuzeichnen) oder tatsächlich deren Google-PageRank heruntergestuft wird bleibt abzuwarten.

Auch bei My_, formerly known as Myspace, geht die Geschichte weiter, laut Internetworld soll bis Juni eine Entscheidung über Verkauf, Einstieg eines neuen Investors oder Restrukturierung fallen. Scheinbar hat auch der letzte Rettungsanker namens Relaunch nichts gebracht, kein Wunder, hörte man doch mehr Beschwerden als Zustimmung…

Über den aktuellen Stand in Ägypten möchte ich hier nicht berichten, zu viel passiert dort. Aber: Es gibt wieder Internet (vlg. Heise).  Wer wissen will, wie so ein komplettes Abschalten funtioniert: Die FAZ erklärt es. Wer wiederum wissen will, wie Entwickler auf Facebook gegen das tunesische Regime, das systematisch Passwörter ausspionierte und Inhalte manipulierte, vorging, liest den Artikel von Sascha Lobo. (Kleine Frage an die Bayerische Staatskanzlei: Ein Artikel eines Bloggers beim Spiegel – zählt das noch als Tagebucheintrag oder ist das schon Journalismus?)

Wer neugierig auf das neue Portal Qura.com ist: Im Blog ITler.net steht, wie man sich ohne Einladung direkt anmelden kann. (Danke an Alex für den Hinweis!)

Politiker sind weit weniger Social Media affin, als man sich wünschen würde. Laut einer Studie der Technischen Universität Ilmenau ist die direkte Ansprache der Abgeorneten an ihre Wähler eher die Ausnahme. Die Abgeordneten von 3 Landtagen (Schnitt: 8% Mitglied bei Facebook) und des Bundestages (immerhin 23%) wurden dabei untersucht. Wobei eine Seite dort zu haben noch nicht heißt, dass man diese auch zur Kommunikation nutzt: 36% der Seiten wurden in den letzten 250 Tagen nicht aktualisiert, 11% gar nie benutzt. Und nur 22% reagieren auf Beiträge von Besuchern.

So, zum Abschluss noch mal der Hinweis auf die neue Seite auf Facebook, bei der ich mich über neue „Fans“ freue.

Die Woche in Social Media (KW 4/2011)

Man fragt sich ja immer, wiewenig ernst man es mit dem Datenschutz noch nehmen kann – und stößt dann immer wieder auf Facebook. Diese mußten auf Druck des Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar ihren „Friend Finder“ entschärfen (vgl. Spiegel-Artikel), bringen nun aber ein neues Marketingtool namens „Sponsored Stories“ heraus, was folgendermaßen funktioniert: Man schreibt zB auf sene Pinnwand, dass man gerade im Coffebucks Kaffee trinkt. Da Coffebucks einen Vertrag mit Facebook hat, wird dieser Eintrag nun – nur bei Freunden – hervorgehoben und erhält dadurch besondere Aufmerksamkeit, zumindest laut einem offiziellen Video. Die besondere Aufmerksamkeit wird zumindest in Deutschland vor allem von Seiten der Datenschützer erwartet…

Dass Facebook nicht gerade sicher ist, zeigt nicht nur der Artikel im Tagesspiegel über über das Netzwerk verbreitete Viren, Würmer und Trojaner.  Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wurden Opfer einer Hackerattacke. Wurde bei ersterem behauptet, dass dieser nicht für eine neue Amtszeit kandidiere, wurde beim Facebook-Chef dazu aufgefordert, Geld zu investieren, um unabhängiger von den Banken zu sein, wie Meedia und Spiegel berichten.

Dabei scheinen sie dies gar nicht nötig zu haben: Laut einem Artikel der Meedia haben sie von Goldman Sachs statt 1,5 Mrd. nur 1 Mrd U$ angenommen, für die sie aber nach eigenen Angaben auch noch keinen Verwendungszweck hätten. Weiterhin sollen spätestens ab April 2012 Geschäftszahlen veröffentlicht werden – wohl auch, da Unternehmen, die mehr als 500 Eigner hätten, auch als nicht börsennotiertes Unternehmen dazu verpflichtet wären.

Große Erfolge feiert gerade der Geolocationdienst Foursquare: Wie im Firmenblog zu lesen ist, verzeichneten sie ein Wachstum von 3400% und konnten letzte Woche das 6millionste Mitglied begrüßen.

Von solchen Zahlen träumt Quora wahrscheinlich noch ein bisschen länger, da das neue Wissensportal, das von der Süddeutschen als eine Mischung aus Wikipedia, Facebook und Google beschrieben wird, nur per Einladung zu betreten ist. Die SZ zitiert dabei Adam D’Angelo, einen der Gründer: „Qualität und Masse stehen sich im Internet gegenüber. Je mehr Menschen an einem Projekt mitarbeiten, desto schneller fällt das Niveau“. Sollte einer der Leser bereits einen Account vorweisen können: Ich freue mich über eine Einladung – natürlich auch zur Berichterstattung…

Ebenfalls neu – und noch im Beta-Status – ist Facemeter, ein „kategoriertes Verzeichnis von Fanseiten in den Bereichen Marken, Politik, Medien und Unterhaltung“. Wer also wissen möchte, dass Werder zumindest bei Social Media noch vor Schalke liegt – aber welche beiden Fußballvereine noch mehr Fans bei Facebook haben, oder dass Ein Herz für Kinder im Bereich Freizeit die meisten Zuwächse verzeichnen kann, findet hier zahlreiche interessante Informationen.

Dass Social Media nicht immer zu legalen Aktivitäten führt, ist wohl allgemein bekannt. Diese Woche wurden wieder Hacker festgenommen, die zur Unterstützung Wikileaks die mehrere Websites durch DDoS-Attacken lahmlegen wollten, wie Silicon.de berichtet.  Aber auch in Ägypten werden die in Social Media begonnenen Unruhen durch den Staat illegalisiert, u.a. festgehalten vom Stern. So wurden einige Seiten wie Twitter, Facebook und Gmail vollständig, sowie das Mobilnetz teilweise, blockiert.

Der ehemalige Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg berichtet auf der Digital-Konferenz DLD über sein neues Projekt Openleaks, nachzulesen bei Meedia. Gleichzeitig hat eine andere Whistleblowerplattform passenderweise eine Vorabversion der Website geleaked, wie Golem berichtet.

Ebenfalls bei ihnen in den News: Nerdcore.de geht nach erneuter Prüfung durch die DENIC zurück an den ehemaligen Besitzer René Walter, da Euroweb den Wert der Domain auf 100 (!) Euro geschätzt hatte, was dem tatsächlichen Wert in keinster Weise entspreche. Die 1100 Euro Streitwert seien inzwischen zwar bezahlt, die eigentlichen Gerichtsbeschlüsse können aber noch angefochten werden.

Auf in den Bereich Finanzen: Während die Internetworld verkündet, dass Skype den Börsengang verschiebt, damit der erst seit Oktober eingesetzte CEO Tony Bates dort erst mal Fuss fassen kann, wird es laut gleichem Medium für LinkedIn nun ernst, der Antrag ist wohl bei der zuständigen US-amerikanischen Securities and Exchange Commission eingereicht worden.

Youtube kauft laut Techcrunch das Datenanalyseunternehmen fflick für 10 Millionen $. Das 2010 gegründete Startup besorgt, filtert und analysiert Social Media Daten, sicherlich eine sinnvolle Unterstützung für Youtube.

Und noch etwas Pikantes aus dem Bereich Finanzen: Zahlreiche Blogger wurden wohl bezahlt, damit sie Links zu bekannten Unternehmen wie Base oder Neckermann Reisen in die Texte einbauen. (Daran, dass diese beiden Namen nicht verlinkt wurden, sehen Sie übrigens, dass ich nicht gekauft wurde) Allerdings wehrt sich laut W&V der Betreiber von Onlinekosten.de Christoph Berger gegen den Vorwurf der Schleichwerbung und verteidigt dies als Suchmaschinenoptimierung.

Soweit die Neuigkeiten für diese Woche. Halt, eine habe ich noch: Ich habe eine Seite auf Facebook angelegt und freue mich, wenn Sie den netten kleinen „Gefällt Mir“-Button auf der rechten Seite drücken.

Die Woche in Social Media (KW 3/2011)

Los geht es diesmal mit Facebook: Um vor allem in Schwellenländern, wo noch nicht so viele Smartphones im Umlauf sind, auch mobile Services bieten zu können, wurde laut Facebook-Blog nun ein App auf Java-Basis entwickelt, mit dem man mit ca. 2500 „gewöhnlichen“ Handys auch die Neuigkeiten aus dem Freundeskreis sehen oder Kontakte synchronisieren kann.

Schön ist ja, wie schnell Facebook inzwischen auf Userkritik reagiert. 2 Tage vorher eingeführt, wurde nun lt. Internetworld verkündet, dass die Weitergabe von Telefonnummern und Adressen an Apps gestoppt würde.

Die Investmentbank Goldman Sachs bietet, um rechtlichen Ärger zu vermeiden, nur ausländischen Investoren Facebook-Anteile  an, wie u.a. das Handelsblatt verkündet. Derweilen hat der Facebook-Film vier Golden Globes gewonnen, wie der Tagesspiegel berichtet, und ist somit heißer Anwärter auf diverse Oscars.

Wie die Bitkom herausgefunden hat, setzen Personaler verstärkt auf Social Media. Bereits 29% veröffentlichten Stellenangebote in sozialen Netzwerken (Vorjahr: 12%)

Kollege Rene Walter, Macher von Nerdcore (einem der bekanntesten deutschsprachigen Blogs), wurde selbiger nun gepfändet, da er die gerichtlichen Strafzahlungsaufforderungen ignorierte. Der Internet“dienst“leister Euroweb, der auf selbigem beschimpft heftig kritisiert wurde, tat dies laut „Off-The-Record“ zwar legal, aber nichtsdestotrotz sieht er sich nun einem Shitstorm überzogen. Auf der Website wird nun aungezeigt, dass Euroweb die Domain bei ebay für einen guten Zweck versteigern wird.

Eine sehr interressante Studie (pdf, englisch) des amerikanischen Sozialforschungsinstituts PEW wurde dieser Tage veröffentlicht, in der über die „soziale Seite des Internet“ geforscht wurde. Dass die Befürchtung, soziale Netzwerke würden die Bedeutung von „Freundschaft verwässern, so nicht gerechtfertigt ist, wird hier ebenso gezeigt wie die Tatsache, dass mehr im Netz aktive Amerikaner an gemeinnützigen Tätigkeiten teilnehmen, als die Offliner. Wer lieber die deutsche Zusammenfassung lesen möchte, kann dies übrigens beim Spiegel tun.

So, auf zur Presseschau: David Kirkpatrick, Autor des Buches „Der Facebook Effect“, schreibt einen Artikel im Focus zum Thema. Einen schönen Überblick über den Edge Rank, derdafür sorgt, dass bestimmte Neuigkeiten bei Facebook länger und öfter angezeigt werden, liefert Meedia.

Soweit die Neuigkeiten der Woche, Ihnen ein schönes Wochenende!