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Assenge und Wikileaks

Die News im Fall Assenge und Wikileaks sind zu viel für den Wochenrückblick, deswegen gibt es nun mal eine Sonderzusammenfassung.

Der Fall schlägt hohe Wellen, wobei 2 für mich klar zu trennende Dinge viel zu sehr vermischt werden („The Wikileaks Sex Files“ – als wäre eine Website wegen Vergewaltigung angeklagt): Zum einen die Vergewaltigungsvorwürfe, deren Zustandekommen in der Daily Mail anhand von Zeugenaussagen rekonstruiert wird (deutsche Version hier). Darauf möchte ich nicht näher eingehen, dies sollen die Gerichte klären, für eine Boulevardisierung ist mein Blog nicht gemacht. Wobei es schon sehr merkwürdig anmutet, dass man zuerst gelesen hat, dass er sich der britischen Polizei gestellt habe, um dann immer wieder vom „verhafteten“ Wikileaks-Chef zu hören. Man fragt sich, ob man das als Übersetzungsfehler oder Meinungsmache werten soll.

Interessanter aber finde ich, dass nach der letzten großen Veröffentlichung nun von allen Seiten Druck gemacht wird. Visa und Mastercard boykottieren die Whistleblower-Plattform ebenso wie paypal, wohl auf Druck Bitten der US-Regierung, wie ein Mitarbeiter nun zugegeben hat. Anscheinend hat paypal den Beschluss gefasst, nachdem das State Department in einem Brief geschrieben habe, dass Wikileaks in illegale Machenschaften verwickelt sei. Im gleichen Atemzug wurden auch die Konten der Wau-Holland-Stiftung eingefroren, die sich nun dagegen – und gegen Paypals im Firmenblog geäußerte Unterstellung, die Stiftung unterstütze illegale Machenschaften – wehren will (Quelle: Golem).

Was mich dabei wundert: Zum einen weiß man doch, was Wikileaks ist und dass die dort veröffentlichten Dokumente in der Regel nicht legal beschafft sind. Wenn man ihnen trotzdem ein Konto gibt, erscheint es sehr merkwürdig, dies dann wieder einzufrieren – noch dazu, wenn ein Brief nicht mal von der Exekutiven oder Judikativen (also der ausführenden bzw. rechtsprechenden Gewalt) kommt, sondern von der Legislativen, also gesetzgebenden Gewalt, die dafür eigentlich gar nicht zuständig ist. Die Gewaltenteilung scheint in den USA – wie auch die Trennung von Staat und Kirche – nur noch auf dem Papier zu bestehen. In Deutschland wäre das – zum Glück – kaum vorstellbar, dass Merkels Mitarbeiter oder Ministerien z. B. einen Brief an die Deutsche Bank verfassen und darum bitten, die Konten des Spiegel zu sperren, da dieser die Dokumente von Wikileaks in Auszügen veröffentlicht hat.

Nachdem nun aber sowohl Amazon mit dem „Rausschmiss“ von ihren Servern, als auch Visa, Mastercard und Paypal Druck auf Wikileaks gemacht haben und dies von vielen als Angriff auf die Presse- bzw. Informationsfreiheit angesehen wird, regt sich massiver Wiederstand gegen diese Unternehmen.  Abgesehen von einigen Boykottaufrufen, kritischen Kommentaren auf dem Paypal-Facebook-Account und spontanen Kündigungen (Quelle: Handelsblatt) machen sich immer mehr Hacker daran, diesen Unternehmen, wie auch der Schweizer Postbank Postfinance, die das Privatkonto von Assange gesperrt hatte, das Leben schwer zu machen. Die DDoS Angriffe haben nun scheinbar die Zahlungssysteme von Mastercard lahmgelegt, wie Golem berichtet. Aber auch Wikileaks selber schlägt zurück und veröffentlicht nun lt. Spiegel geheime Dokumente dieser Unternehmen, in denen man u.a. lesen kann, dass die Kreditkartenunternehmen die US-Botschaft in Moskau dazu gedrängt haben sollen, gegen ein ungeliebtes Gesetz Lobbyarbeit zu machen.

Scheinbar zensurlos scheint dagegen Twitter zu sein. Die noch vor Tagen geäußerte Vermutung, die Entfernung von Begriffen wie #wikileaks aus den Trending Topics seien Absicht gewesen, entkräftete nun deren Pressesprecher und verwies darauf, dass die Topics ermittelt werden, indem ein Algorythmus die im Vergleich zur Vorzeit deutlich mehr genannten Worte rausfiltere. Da das Thema aber schon sehr lange sehr beliebt sei, sei dieses eben nun nicht mehr gelistet, da es eben wenig Unterschied zu den Wochen vorher gebe.