Die Woche in Social Media (KW 7/2011)

Es ist ja nicht neu, dass der ein oder andere Politiker Dreck am Stecken hat. Neu ist hingegen, wie dies aufgeklärt wird. Gab es, wie jetzt im Bespiel des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg,  früher einen Zeitungsartikel, anschließend vielleicht noch ein/zwei aufklärende Leserbriefe, macht sich nun das große Kollektiv daran, abgeschriebene Stellen zu sammeln und diese in einem Wiki zu sammeln. Derweilen bewirbt die ebenfalls „bestohlene“ NZZ ihre Abos mit dem Slogan „Summa cum laude“. Was der PR-Berater Klaus Eck Guttenberg empfehlen würde, kann man bei der W&V nachlesen: Zum Beispiel auf der Facebook-Seite, auf der sich gerade ein Shitstorm entläd, mal Stellung zu nehmen – was er inzwischen tatsächlich getan hat (wenn auch nicht sehr aufschlussreich). Neben den zahlreichen #guttenberg-Tweets bei Twitter fand ich ebenfalls die bei Ebay versteigerte Guttenberg-Tastatur sehr lustig – aber das nur am Rande.

Damit man zukünftig nicht mehr jede Website mit einem Like-Button ausrüsten muss (bzw. diesen u.U. vermißt), wird es für das im März erscheinende neue Firefox einen integrierbaren Button geben, genannt F1.

Laut Paidcontent.org wird die Social Search bei Google deutlich erweitert. So wurden zwar die Ergebnisse von befreundeten Bloggern oder Twitterern schon seit 2009 mit angegeben, nun werden diese aber in die Suchergebnisse mit eingebaut. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn man bei Google angemeldet ist und seinen Account mit dem Twitter- Facebook- und anderen Accounts verbunden hat.

Auch im Jahr 2011 glauben immer noch 2/3 der Manager, dass Social Media zu viel Zeit verbraucht und verbannen dies aus den Büros, wie die FAZ berichtet. Nach einer Umfrage der Nationalen Initiative für Informations- und Internetsicherheit unter Fach- und Führungskräften der IT-Branche sorgen sich dabei 26% um die Sicherheit, während 40% die private Nutzung fürchten.

Foursquare wird nun Website & Service in „deutscher, französischer, italienischer, spanischer und japanischer Sprache“ anbieten, um so neue Märkte effizienter zu erschließen, wie die FAZ berichtet und zitiert den Foursquare-Gründer Dennis Crowley: „Um als soziales Netzwerk in Deutschland Fuß zu fassen, muss man in deutscher Sprache präsent sein. Und alles, was wir von Facebook oder Twitter sehen, führt ein Angebot in der lokalen Sprache zu einem Anstieg der Anmeldungen.“ Ich bin gespannt, ob dies den noch zögerlichen Deutschen das „Einchecken“ schmackhafter machen wird.

Twitter arbeitet nun profitabel, wie Meedia berichtet. So spricht CEO Dick Costolo auf dem World Mobile Congress von einem Umsatz von 100 Mio Dollar in 2011, der durch „Promoted Tweets“ erreicht werden soll und betont, dass das Unternehmen nicht zum Verlauf stünde.

Facebook wartet wiederum mit einer neuen Vice-President of Global Sales auf: Carolyn Everson, vor einem halben Jahr erst von MTV zu Microsoft gewechselt, wird nun diesen Posten einnehmen, verkündet die W&V.

Die Beantwortung der Frage, welches die beliebteste Marke auf Facebook (in Deutschland) ist, bietet eine Überraschung: Nicht Coca Cola, die international die Socialbakers.com-Charts anführen, sind hier top, sondern der Kinderriegel, gefolgt von Starbucks, Nike, Lufthansa und Otto.

Nachdem die Musikbranche brach liegt und es für junge Bands immer schwieriger wird, die Produktionskosten neuer Tonträger auf klassischem Weg zu erhalten, machen sich nun 2 Berliner Bands auf, durch Crowdfunding zu neuen CDs zu kommen. Wie das mit dem Portal SellaBand
bei Mittekill und Pitchtuner – so die Namen der Bands – geht, beschreibt das ehemalige Musikmagazin intro.

Zum Selberlesen: Ein Portrait des größten Social-Game-Herstellers Zynga, bekannt geworden vor allem durch FarmVille und Mafia Wars, findet sich bei Meedia.

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